A - D


Installation
WS 2020/21

Studierende

Marlene Reiche


Projektbetreuung

Prof. Georg Winter


Studiengänge

Freie Kunst


Richtung

Installation
Interiordesign
Plastik/Bildhauerei


Projektart

Bachelor

Marlene Reiche: A-D, Bachelor 2021, Innenansicht, Detail

Auf raumtheoretischen und -soziologischen Überlegungen basierend, widme ich mich den Fragen, was Räume auszeichnet, wo sie beginnen und enden, wie sie erfasst werden können und welche Chancen oder Risiken mit ihrer Nutzung einhergehen.

Raum kann laut der Soziologin Martina Löw als „relationale (An)Ordnung von Lebewesen und sozialen Gütern an Orten“1 aufgefasst werden. Durch Bewegungen, Aktionen und Sinneseindrücke eines jeden Einzelnen entsteht räumliche Erfahrung. Der menschliche Körper ist demnach als handelndes Individuum die Voraussetzung von Räumlichkeit.

In der Installation A - D untersuche ich, wie Räume abseits gewohnter Bewegungsrhythmen und Wahrnehmungsmuster erlebt werden können. Dabei beschäftige ich mich insbesondere mit den Phänomenen des Übergangs und des Zwischenraums. Erforscht wird mitunter die Schwellenphase, in der sich eine Person während des Übertritts vom einen in den anderen Raum befindet. Der Übertritt ist durch eine symbolisch-imaginäre oder physische Grenze markiert. Welche Veränderungen werden in dem Moment auf welche Art und Weise wahrgenommen?

Neben verschiedenen Boden- und Wandverkleidungen setze ich bei der Gestaltung einzelner Module kontrastierende Beleuchtungen ein. Wie beeinflusst das Licht die Atmosphäre und damit die mentale Verfasstheit der sich durch den Raum bewegenden Person?

Die Schwelle als eigenständiges Raumelement zu erfahren, sich sowohl der räumlichen Umgebung als auch der eigenen Entscheidungen und den davon abhängigen Bewegungen bewusst zu werden – dies kann den Menschen bei einer performativen Nutzung der Installation erwarten.

Anmerkung:
1 Löw, Martina: Raumsoziologie: Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M., 2001, S. 271

Abbildungen