José Luis Rey Vila (SIM) – Die Rolle der Kunst in der Krise
29.04.2026 – 13.05.2026
Vernissage: 28.04.2026 19:00Verantwortlich
Kunst kann mehr sein als ästhetischer Ausdruck – sie kann Zeugnis ablegen, Stellung beziehen und politische Wirklichkeit sichtbar machen. Die Ausstellung José Luis Rey Vila (SIM) – Die Rolle der Kunst in der Krise widmet sich einem Künstler, dessen Werk genau diese Verbindung von Kunst und Zeitgeschichte eindrucksvoll verkörpert.
Im Zentrum steht der spanische Künstler José Luis Rey Vila, der unter dem Pseudonym SIM zu den prägnantesten visuellen Chronisten des Spanischen Bürgerkriegs zählt. Rey Vila lebte in Katalonien und schuf 1936 mit der Mappe „Estampas de la Revolución Española, 19 Julio de 1936“ eines der bekanntesten grafischen Zeugnisse der Revolution und des Bürgerkriegs. Die eindringlichen, oft mit Tempera und Wasserfarben kolorierten Szenen zeigen das Drama und die Leiden der Bevölkerung und wurden von der republikanischen Seite auch zu internationalen Propagandazwecken eingesetzt.
Die Ausstellung findet im Rahmen der Lehrveranstaltung Automatische Gesellschaft Teil 2 – Erinnerungsmaschinen von Dr. Soenke Zehle und Jan Tretschok statt. Im Zuge der Ausstellung entstehende und kuratorisch aufbereitete Datensätze dienen den Studierenden als Ausgangspunkt für eine multimodale Analyse und Weiterverarbeitung. Daraus hervorgehende Experimente bewegen sich im Spannungsfeld von Freier Kunst, politischer Gegenwart und Künstlicher Intelligenz und sind Teil der Lehrveranstaltung.
So wird die Ausstellung zugleich zum experimentellen Arbeitsraum: Historische Bildzeugnisse, kuratorische Kontexte und digitale Methoden treten miteinander in Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf die Frage, welche Rolle Kunst in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Krisen spielen kann.
Eine besondere historische Dimension erhält die Vernissage durch zwei Ehrengäste, die an diesem Abend erstmals persönlich aufeinandertreffen werden. Merce Balda Rey, Großnichte des Künstlers José Luis Rey Vila und langjährige Professorin an der Universität Barcelona, hat intensiv zu seinem Werk geforscht, publiziert und vorgetragen. Carmen Negrín ist die Enkelin von Juan Negrín, der während des Spanischen Bürgerkriegs als Ministerpräsident der Republik amtierte. Sie ist Präsidentin der Negrín-Stiftung auf Las Palmas und lebt in Paris. Beide Frauen sind durch die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs miteinander verbunden – ihre erste persönliche Begegnung in Saarbrücken macht sie zu besonderen Ehrengästen der Ausstellungseröffnung.