Das Ende einer Ära


Arbeiten von ehemaligen Studierenden des Jahrgangs 1970 der Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken
WS 2020/21

09.10.2020 – 02.11.2020

Vernissage: 09.10.2020 18:00

Arbeiten von

Rudy Auer, Sigrid Bertelmann, Werner Constroffer, Jürgen De Giuli, Randolf Dorn, Marcel Erchens, Marie-Josée Gamel, Anita Gergen, Hans-Joachim Grötschel, Pierre Grün, Michael Hardt, Doris Hinzen-Röhrig, Karin Klein, Volker Lösch, Rita Müller, Ulrike Sattler, Renate Schätzel, Helga Scheid

Mit der Überführung der Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken als Fachbereich Design in die 1971 neu gegründete Fachhochschule des Saarlandes ging vor 50 Jahren auch an der Saar die Ära der Werkkunstschulen in Deutschland zu Ende.

Noch bis 1970 gab es in der Bundesrepublik Deutschland 31 solcher Einrichtungen, die sich auf die Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses in den angewandten Künsten konzentrierten und die, im Gegensatz zu Kunst-Akademien, keinen Hochschulstatus besaßen.  An den Werkkunstschulen wurde, neben dem allgemeinen Unterricht in Werk- und Materialkunde, eine auf das spezielle Berufsziel ausgerichtete Schulung, besonders für Grafik und Buchgewerbe, Mode, Innenarchitektur, Textilkunst, Keramik, Industriegestaltung und Fotografie, angeboten.

Die Staatliche Werkkunstschule Saarbrücken ging 1959 aus der 1946 neu gegründeten Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk hervor und ist verbunden mit herausragenden Künstler*innen- und Gestalter*innenpersönlichkeiten wie Sofie Dawo , Siegbert Gölzer, Oskar Holweck, Boris Kleint, Robert Sessler und Theo Siegle, die in der Lehre die Studierenden nachhaltig prägten.

18 der ehemaligen Studierenden des letzten Jahrganges der Werkkunstschule von 1970, die noch heute in regem Kontakt miteinander stehen, haben nun, ein halbes Jahrhundert nach ihrem Studienbeginn, eine spannende Ausstellung in der Galerie der HBKsaar initiiert, in der Beispiele früherer Studienarbeiten vorgestellt werden. Gegliedert wie die damalige Ausbildung: Grundlehre und Fachklassen für Grafik, Innenarchitektur, Textil und Produkt, gibt die Präsentation einen interessanten Einblick in die künstlerisch-gestalterische Praxis zu Beginn der1970er Jahre und ermöglicht eine Auseinandersetzung mit den formalen und inhaltlichen Aufgabenstellungen der damaligen Zeit.

Indem die von den ehemaligen Studierenden der Staatlichen Werkkunstschule erarbeitete Ausstellung als kulturhistorische Dokumentation künstlerisch angewandter Ausbildung in der Hochschulgalerie am Saarbrücker Ludwigsplatz gezeigt wird, würdigt die HBKsaar die Arbeit, die an einer ihrer wichtigen Vorgängereinrichtungen geleistet wurde, und betont zugleich die Saarbrücker Kunsthochschul-Tradition.