Die Spinne


Ausstellung zur Graphic Novel, gezeichnet von Andreas Möller
WS 2019/20

23.10.2019 – 06.11.2019

Vernissage: 23.10.2019 19:00

Arbeiten von

Andreas Möller

Die Ausstellung zeigt eine umfangreiche Auswahl aus den über zweihundert von Andreas Möller gezeichneten Originalseiten der Graphic Novel „Die Spinne“ und der Nebengeschichte „Wurzeln“, die beide in Zusammenarbeit mit dem Autor Michael Mikolajczak entstanden sind.

Skizzen, Entwürfe und Videosequenzen ermöglichen einen Einblick in die Entstehung der Comics.

USA 1972. Vor Jahren verließ Amber im Streit mit ihrem Vater die Kleinstadt Tinkerville, nun kehrt die junge Frau zurück. Amber will sich mit ihrem Vater versöhnen und ein neues Leben in der alten Heimat beginnen. Außerhalb von Tinkerville bezieht Amber eine Wohnung im Haus des Kriegsveteranen Jimmy. Der nimmt Amber bei sich auf und überschüttet sie mit Freundlichkeit und Aufmerksamkeit. Amber fühlt sich in Jimmys Haus und Nähe sicher und wohl und ahnt nicht, dass sie nicht die Erste ist, die sich ahnungslos ins Netz einer Spinne begibt. Aber Amber ist anders. Sie ist eine Kämpferin, die niemals aufgibt.

„Die Spinne“ erzählt die Geschichte einer schicksalhaften Verstrickung im Gewand eines Psycho-Thrillers. Unter der Oberfläche einer spannenden und wendungsreichen Handlung thematisiert sie wechselnde Täter-Opfer-Perspektiven und die Frage nach individueller Schuld und dem Zwang der Umstände.

In Dialogen, TV- und Radiotexten und durch Reminiszenzen an die Warenwelt wird die Handlung im zeitgeschichtlichen Kontext des Jahres 1972 verankert. Auch ästhetisch orientiert sich „Die Spinne“ bewusst an den 70iger Jahren, an Illustrationen, Comics und Filmen dieses Jahrzehnts.

Zu seiner Arbeit an „Die Spinne“ sagt Andreas Möller: „Das Reizvolle an der Geschichte ist aus meiner Sicht ihre Doppelbödigkeit. Die Figuren sind sehr ambivalent angelegt und für den Leser ergibt sich - wenn wir dramaturgisch und gestalterisch alles richtig gemacht haben - Schritt für Schritt ein zugleich erschreckendes und berührendes Bild.“

Nach Studium und Ausbildung in Osnabrück und Braunschweig war Andreas Möller an einem saarländischen Gymnasium als Lehrer für Kunst und Deutsch, dann als Referent für Digitale Medien im Unterricht am Bildungsministerium und in der Lehrerfortbildung tätig.

Seit 2006 lehrt er Kunstdidaktik an der HBKsaar und hat dort wesentlich zur Entwicklung des Profils der Lehramtsstudiengänge Kunsterziehung beigetragen. Als Vorsitzender des Fachverbands für Kunstpädagogik (BDK Saarland) engagiert er sich seit vielen Jahren für die Ästhetische Bildung im Allgemeinen und für das Unterrichtsfach Kunst im Besonderen.

Die Begeisterung für Comics begleitet Andreas Möller seit seiner Kindheit. In den letzten Jahren geht er seiner Leidenschaft für gezeichnete Geschichten wieder verstärkt nach. Nach ersten Veröffentlichungen auf der Onlineplattform „MyComics“ erschien 2018 zum Gratis-Comic-Tag die Kurzgeschichte „Wurzeln“. „Die Spinne“ ist seine erste umfangreiche Comic-Veröffentlichung und erscheint im November 2019 im Verlag Kult-Comics. Vorab kann „Die Spinne“ bereits im Rahmen der Ausstellung erworben werden.

Neben Zeichner Andreas Möller ist auch Autor Michael Mikolajczak bei der Vernissage anwesend. Mikolajczak lebt im Stuttgarter Umland, schreibt Graphic Novels, Comics, Drehbücher und Romane. Bei Kult Comics sind von ihm bisher erschienen: „Blutspur“, „Ratten“, „Sandmann“ und „Paradies“.

Abbildungen